About PARTRIDGE - Deutschland

PARTRIDGE soll aufzeigen, wie durch optimierte Management-Methoden innerhalb von vier Jahren eine Erhöhung von Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen um 30 % erreicht werden kann. Dafür werden die transnationalen Projektpartner Best Practice Modelle in vier North Sea Regions (NSR) entwickeln und insgesamt 10 Demonstrationsgebiete einrichten. Eine besondere Rolle spielt dabei die Zusammenarbeit von Wissenschaftlern, Behörden, Beratern der Landwirtschaft, Naturschützern, Jägern und Landwirten. Langfristiges Ziel des Projekts ist es, die Ergebnisse auf die gesamte NSR und die EU zu übertragen.

Eine der wichtigsten Aufgaben zum Erreichen einer nachhaltigen Landwirtschaft ist es, die Erkenntnisse des Projekts in die bestehenden Agrarumweltmaßnahmen zu integrieren. Dafür sind Umdenkprozesse und Änderungen in der bestehenden Landwirtschaftspraxis nötig. Die Kooperation zwischen allen Entscheidungsträgern der Landwirtschaft sowie den regionalen und nationalen Behörden spielt deshalb in PARTRIDGE eine besondere Rolle.

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In jedem Demonstrationsgebiet wird, abgestimmt auf die lokalen Gegebenheiten, ein Flächenanteil von 7 % mit hochwertigen Habitat-Maßnahmen aufgewertet. Ergänzend können weitere Maßnahmen, wie z.B. Winterfütterung und eine optimierte Bejagung, durchgeführt werden. Um die Ergebnisse zu überprüfen werden für die gesamte Projektregion einheitliche Monitormethoden entwickelt und angewendet. Diese Methoden können anschließend für weitere länderübergreifende Naturschutzmaßnahmen und Projekte genutzt werden.

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Der multidisziplinäre Ansatz wird durch sozioökonomische Erhebungen über die Beweggründe von Entscheidungsträgern im landwirtschaftlichen Sektor ergänzt. Denn nur mit diesem Wissen kann die Akzeptanz und die Umsetzung von Agrarumweltmaßnahmen erhöht werden.

Dr. Francis Buner, leitender Wissenschaftler des Game and Wildlife Conservation Trust (GWCT) und länderübergreifender Projektleiter von PARTRIDGE, erklärt: „Ein wichtiger Schwerpunkt von PARTRIDGE ist es, aufzuzeigen, wie der Rückgang der Biodiversität in der Agrarlandschaft in den Projektländern gestoppt werden kann. Habitat-Verbesserungen, die auf die Bedürfnisse des Rebhuhns zugeschnitten sind, sind dafür entscheidend. Denn die Abnahme der Rebhuhnzahlen ist ein wichtiger Schlüsselfaktor für den Verlust von Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen in der europäischen Agrarlandschaft.

Bis 2020 wollen wir in den Demonstrationsgebieten einen Anstieg der Biodiversitäts-Indikatoren um 30 % erreichen. Ein weiteres Ziel ist es, die Ausrichtung der Agrarumweltmaßnahmen in den teilnehmenden Ländern zu beeinflussen. Um das zu erreichen, werden wir die Einstellung von Landwirten zu Agrarumweltmaßnahmen untersuchen, Landwirte vernetzten und nationale sowie transnationale Begehungen in den Demonstrationsgebieten für Landwirte und andere Entscheidungsträger organisieren.“

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„Das Rebhuhn ist einer der besten Biodiversität-Indikatoren für die Agrarlandschaft, denn wenn die Lebensbedingungen für das Rebhuhn stimmen, sind Biodiversität und Ökosystemdienstleistungen ebenfalls in einem guten Zustand. In Gegenden, in denen keine oder nur noch wenige Rebhühner vorkommen, ist die landwirtschaftliche Umgebung in der Regel stark degradiert. Wir haben herausgefunden, dass Blühstreifen die beste Maßnahme für den Schutz von Rebhühnern sind, da diese alles liefern, was die Vögel für das Überleben brauchen. Deshalb werden wir die von unserem deutschen Partner für Blühstreifen entwickelte Saatgutmischung in den Demonstrationsgebieten nutzen. Die Anlage und Erhaltung von Altgrasstreifen, Winter-Stoppelfelder und ungespritzte Bereiche sind weitere, wichtige Maßnahmen. In den Gebieten, in denen es möglich ist, wird zusätzlich Winterfütterung angeboten und das Prädations-Management optimiert.“

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